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Sachversicherungen

Private Unfallversicherung: Wann sie wirklich sinnvoll ist

Warum die gesetzliche Unfallversicherung nur die halbe Miete ist und worauf es bei der Gliedertaxe ankommt.

8 Minuten Lesezeit Stand: 12.09.2026 Von Deniz Can Zeyrek

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt Sie nur bei Arbeitsunfällen und auf dem direkten Weg dorthin. Die allermeisten Unfälle passieren jedoch in der Freizeit – beim Sport, im Haushalt, im Straßenverkehr. Genau dort greift die private Unfallversicherung.

Die Lücke: Freizeit ist nicht abgesichert

Stürzen Sie zu Hause von der Leiter, ist das kein Arbeitsunfall. Die gesetzliche Unfallversicherung leistet nicht – und die Krankenkasse zahlt zwar die Behandlung, aber nicht die finanziellen Folgen einer bleibenden Beeinträchtigung.

Die private Unfallversicherung gilt dagegen weltweit und rund um die Uhr, beruflich wie privat.

Das Herzstück: die Invaliditätsleistung

Die wichtigste Leistung ist die Invaliditätsleistung – eine Einmalzahlung, wenn nach einem Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung zurückbleibt. Damit lassen sich Umbauten finanzieren, das Auto anpassen oder schlicht Einkommensverluste abfedern.

Wie hoch diese Zahlung ausfällt, ergibt sich aus zwei Faktoren: der Grundsumme und der Gliedertaxe.

Gliedertaxe und Progression verständlich

Die Gliedertaxe legt fest, welcher Invaliditätsgrad bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit eines Körperteils angesetzt wird. Je günstiger die Gliedertaxe, desto höher die Leistung im Ernstfall – ein zentraler Vergleichspunkt, den viele übersehen.

Die Progression sorgt dafür, dass die Leistung bei schweren Beeinträchtigungen überproportional steigt. Bei geringen Graden zahlt sie wenig, bei schweren Fällen ein Vielfaches der Grundsumme – genau dort, wo das Geld gebraucht wird.

Für wen sie besonders sinnvoll ist

  • Kinder – sie sind außerhalb von Schule und Kita nicht gesetzlich unfallversichert
  • Sportlich aktive Menschen
  • Menschen ohne Berufsunfähigkeitsschutz, etwa wegen Vorerkrankungen
  • Senioren, bei denen Stürze häufiger schwere Folgen haben

Wichtig zur Einordnung: Die Unfallversicherung ist kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie leistet nur bei Unfällen – Berufsunfähigkeit entsteht aber meist durch Krankheit.

Unsicher, was für Sie passt?

Ich schaue mir Ihre Situation persönlich an und sage ehrlich, was sinnvoll ist – und was nicht. Kostenlos und unverbindlich.

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Häufige Fragen

Antworten, bevor Sie fragen

Ersetzt die Unfallversicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Nein. Sie leistet ausschließlich bei Unfällen. Berufsunfähigkeit wird jedoch überwiegend durch Krankheiten ausgelöst – dafür braucht es eine BU.
Was ist die Gliedertaxe?
Eine Tabelle, die festlegt, welcher Invaliditätsgrad bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit eines Körperteils gilt. Sie bestimmt maßgeblich die Höhe der Leistung.
Was bringt eine Progression?
Sie erhöht die Auszahlung bei schweren Beeinträchtigungen überproportional – dort, wo der finanzielle Bedarf am größten ist.
Sind Kinder nicht ohnehin versichert?
Nur in Kita, Schule und auf dem direkten Weg dorthin. In der Freizeit – also die meiste Zeit – besteht kein gesetzlicher Unfallschutz.
Gilt der Schutz auch im Ausland?
Ja, die private Unfallversicherung gilt in der Regel weltweit und rund um die Uhr.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Gesetzliche Grenzwerte, Beiträge und Tarifbedingungen ändern sich und hängen vom Einzelfall ab. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Versicherungsbedingungen. Gerne prüfe ich Ihre Situation persönlich.